Historie
40 Jahre SV Eintracht Berglern - Kurzchronik
Vereinsleben
Nachdem in Berglern seit der Auflösung des nach 1945 gegründeten SV Berglern im Jahre 1953 kein Fußballspiel mehr zu sehen war, ergriffen einige sportbegeisterte Gemeindebürger die Initiative und luden alle Sportanhänger zu einer Gründungsversammlung am 22. Oktober 1960 in das Gasthaus Kellerwirt in Berglern. Die Beteiligung war überraschend groß. 58 Sportkameraden trugen sich in das Mitgliederverzeichnis ein.
Die Versammlung wählte Alois Kurzmaier aus Niederlern zum 1. Vorsitzenden, Anton Krieger aus Berglern zum Kassier und Hauptlehrer Rudolf Müller zum Schriftführer.
In den Vereinsausschuss wurden gewählt:
Bürgermeister Bartholomäus Strobl, der dem Ausschuss bis zu seinem Tod im Jahre 1986 ununterbrochen angehörte, Jakob Aiglstorfer, Josef Beslmüller, Engelbert Stemmer und Anton Wandinger.
Der neu gegründete Verein gab sich den Namen Sportverein Eintracht Berglern. Darüber gab es heiße Diskussionen, die sich vor allem darum drehten, ob die Tradition des ersten Vereins fortgesetzt werden sollte. Die Mehrheit der Mitglieder entschied sich damals für einen völligen Neubeginn.
Durch den besonderen Einsatz von Bürgermeister Strobl und das Verständnis des Berglerner Gemeinderates konnte ein Sportgelände an der Wartenberger Straße gewonnen werden. So war es möglich, dass drei Monate nach der Vereins-
gründung die ersten Spiele ausgetragen werden konnten. 1. und 2. Mannschaft spielten gegen den Nachbarverein SpVgg Eichenkofen. Es bedeutete wenig, dass die 1. Mannschaft mit 5:6 verlor, Hauptsache war, dass in Berglern wieder Fußball gespielt wurde und somit für Aktive und Zuschauer ein interessanter Zeitvertreib geboten wurde.
Als dann einige Wochen später der erste Sieg gefeiert werden konnte, setzten die Verantwortlichen alle Hebel in Bewegung, um in der Spielzeit 1961/62 am Punktspielbetrieb der Spielgruppe Erding teilnehmen zu können. Hierzu war natürlich ein eigener Sportplatz notwendig.
Die Gemeinde half bereits damals, wie in der Folgezeit noch häufig, und stellte ein geeignetes Grundstück zur Verfügung.
Nachdem viele Mitglieder kräftig anpackten, war der Platz bald fertig gestellt. An 30. Juli 1961 konnte Hochw. Pfarrer Hölzl dem neuen Berglerner Sportplatz an der Wartenberger Straße die kirchliche Weihe spenden.
Die ganze Gemeinde war bei der Einweihung 1961 auf den Beinen.
Das 1. Spiel auf dem neuen Sportplatz wurde gegen den Patenverein des SV Eintracht Berglern, Eintracht Landshut, ausgetragen.
Da alle nötigen Voraussetzungen gegeben waren, gründete der Verein zur Unterstützung der beiden Seniorenmann-schaften im Jahre 1961 eine Schüler- und im Jahre 1963 eine Jugendmannschaft.
Im Jahre 1965 stellte sich für die Eintracht der erste große sportliche Erfolg ein. Zwar unterlag die 1. Mannschaft in einem Entscheidungsspiel um die C-Klassen-Meisterschaft dem punktgleichen FC Hörgersdorf. Als Tabellenzweiter erreichte die Mannschaft dennoch den Aufstieg in die B-Klasse, die bis zum Jahre 1976 mit wechselhaftem Erfolg gehalten werden konnte.
Im Mai 1966 legte Alois Kurzmaier nach fast sechsjähriger Tätigkeit sein Amt als 1. Vorsitzender nieder, sein Nach- folger wurde einen Monat später Anton Krieger.
Anton Krieger ging mit viel Idealismus und Einsatzbereitschaft an seine verantwortungsvolle Aufgabe heran. So gelang es in kurzer Zeit, einen Umkleideraum mit Duschmöglichkeit in einem Nebenraum der Gaststätte Kellerwirt zu schaffen. Dies war möglich, weil Vereinswirt Fritz Kratzer die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte und viele freiwillige Helfer kostenlosen Arbeitseinsatz leisteten.
Im Jahre 1967 konnte eine notwendige Erweiterung des Sportplatzes durchgeführt werden. Beide Maßnahmen zu- sammen, Bau der provisorischen Umkleide und Erweiterung des Sportplatzes, verursachten Gesamtkosten von
DM 10.835,--. Dies war eine stolze Summe zur damaligen Zeit für einen noch relativ jungen Verein. Im übrigen diente der Sportplatz seit seiner Entstehung auch dem Schulsport für die Schüler in Berglern.
Nach einigen ruhigeren Jahren im Vereinsleben konnte 1970 das zehnjährige Jubiläum mit einem Jubiläumspokalturnier gefeiert werden. Im gleichen Jahr wurde der Verein beim Amtsgericht Erding in das Vereinsregister eingetragen. Er führt seither den Zusatz "e.V.". Der Verein ist außerdem vom Finanzamt für Körperschaften in Landshut als gemein- nützig anerkannt.
Dies waren Voraussetzungen für den Erhalt von Zuschüssen der öffentlichen Hand für das nächste größere Vorhaben in der bisherigen Vereinsgeschichte, dem Bau eines eigenen Sportheimes mit Umkleide, Duschen, Schiedsrichterraum und Aufenthaltsraum. Nach der damaligen Schätzung sollte das Bauvorhaben Kosten in Höhe von DM 52.000,-- verursachen.
Baubeginn war im März 1972. Dank der freiwilligen Arbeitsstunden vieler Sportkameraden konnte bereits im Juli des gleichen Jahres Richtfest gefeiert werden. Leider hielt der Anfangsschwung nicht an, der Bau ging nur zögernd weiter. Schließlich ergab sich auch ein Vorstandswechsel während der Bauzeit. Im Januar 1974 löste Erich Kothuber Anton Krieger im Amt des 1. Vorsitzenden ab.
Wenige Tage nach dieser Wahl hob ein gewaltiger Sturm das Dach des halbfertigen Sportheimes buchstäblich aus seiner Verankerung. Das Positive an dem Unglück war, dass die Mitglieder wieder erwachten. Denn plötzlich konnten unter dem aufopferungsvollen Einsatz vieler Sportkameraden und unter Anleitung von Erich Kothuber nochmals neue Kräfte mobilisiert werden. So konnte das Sportheim unter der Führung des im Januar 1975 neu gewählten 1. Vor- sitzenden Hans Stefani im Frühjahr 1975 fertiggestellt werden.
Dieses Projekt war nur durch den unermüdlichen Einsatz der Mitglieder und Gönner sowie der großzügigen Unter- stützung der Gemeinde, des Landkreises und des Bayer. Landes-Sportverbandes möglich.
Auch die Bevölkerung beteiligte sich großzügig mit Spenden.
Finanzielle Opfer waren auch nötig, denn die Kosten des neuen Vereinsheimes waren um 50 % höher, als bei Baubeginn veranschlagt. Der Sportheimbau wurde schließlich mit insgesamt DM 76.531,-- abgerechnet.
Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung konnte am 18. Mai 1975 Hochw. Pfarrer Hölzl die Weihe des neuen Sport- heimes vornehmen. Auch zahlreiche Ehrengäste haben an diesem Pfingstsonntag den Weg nach Berglern gefunden. So konnte der 1. Vorsitzende Hans Stefani den damaligen Stellv. Landrat und Landtagsabgeordneten Hans Zehetmair (heute Bayer. Staatsminister für Wissenschaft) ebenso begrüßen, wie den Kreisvorsitzenden des Bayer. Landessport- verbandes, Rektor Franz Jaksch und den Kreisspielleiter im Bayer. Fußball-Verband, Heinrich Tischler.
Der Wunsch der Fußballer nach einem zweiten Fußballplatz erfüllte sich 1983. Die Gemeinde Berglern erwarb unter Bürgermeister Strobl das an das bestehende Gelände angrenzende Grundstück und stellte es dem Sportverein zur Verfügung. Der Kauf des Grundstückes war für die Gemeinde eine sehr hohe finanzielle Investition, die sich jedoch in Anbetracht der vielen sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten für die Entwicklung des gemeindlichen Zusam- menlebens bis heute positiv auswirkt.
Der Verein entwickelte sich seit Anfang der achtziger Jahre von einem reinen Fußballverein mit der Gründung einer Tennisabteilung (1982), einer Gymnastikabteilung (1987), der Triathleten (1989) und der Stockschützen (1991) zu einem "Großverein", mit nun bereits über 600 Mitgliedern. An der Führung des Vereins ging diese Entwicklung natürlich nicht spurlos vorüber. Es musste eine neue Form der Vereinsorganisation gefunden werden. Die einzelnen Abteilungen übernahmen die sportlichen Aufgaben selbständig und sind natürlich auch für die finanzielle Abwicklung verantwort- lich. Der Hauptverein als übergeordnetes Gremium vertritt den Verein nach außen und kümmert sich um die überge- ordneten Aufgaben, wie Mitgliederverwaltung, Jahresbudget usw.
Durch eine gemeinsame Aktion der Schützenvereine Almenrausch und Neu-Edelweiß Berglern und des Sportvereins wurde in den Jahren 1985/86 ein Sport- und Schützenheim auf dem Gelände des Sportvereins geschaffen. Der Sportverein und die Schützenvereine Almenrausch und Neu-Edelweiß Berglern sind hier einen besonderen Weg der Kooperation gegangen. Jeder Verein hat seinem Mitgliederanteil entsprechend Eigenleistungen erbracht. Damals wurde unter dem damaligen Vorsitzenden Hans Bauer der Grundstein für eine gute und andauernde Zusammenarbeit gelegt. Nur so war es möglich, dieses großartige Gebäude für einen Betrag von etwas mehr als DM 400.000,-- zu erstellen. Die Mittel wurden nach Abzug der Zuschüsse des Landkreises und des Bayer. Sportschützenbundes von der Gemeinde aufgebracht.
Die gute Zusammenarbeit zwischen den drei Vereinen konnte in den folgenden Jahren stets weitergeführt werden, sämtliche anfallenden Instandhaltungsmaßnahmen wurden immer einvernehmlich und in Verantwortung für das Ganze durchgeführt. An dieser Stelle gilt der Dank des Sportvereins den vielen Kolleginnen und Kollegen in den beiden Schützenvereinen, die immer für die gemeinsame Sache eingetreten sind und eintreten.
Baumaßnahmen und Erweiterungen ziehen sich wie ein roter Faden durch die nun 40-jährige Geschichte des Vereins. Wer glaubte, mit der Errichtung des Sport- und Schützenheims sei der Endausbau erreicht, hatte sich getäuscht. Durch die immer umfangreicheren Sportanlagen stieg der Bedarf an Geräten und somit auch an Lagerräumen. Für den damaligen Vorsitzenden Simon Bauer bedeutete dies, eine weitere Baumaßnahme war notwendig geworden. Eine Gerätehalle östlich an das "alte" Sportheim musste angebaut werden.
In den folgenden Jahren wurden unter dem Vorsitzenden Franz Knittler die Außenanlagen, die Parkplätze usw. stetig verbessert und in einen sehr guten Zustand gebracht. Für die Pflege des Geländes und der darauf stehenden Gebäude muss inzwischen ein nicht unerheblicher Aufwand betrieben werden.
Das Informationszeitalter hielt während dieser Zeit Einzug in den Verein. Computer, Mitgliederverwaltungs- und Kontoführungsprogramme wurden angeschafft und in die Vereinsarbeit integriert, damit der immer größer werdende Verwaltungsaufwand in einem vertretbaren Rahmen gehalten werden kann.
Nach einer etwa 7-jährigen Pause in der Bautätigkeit und zu Beginn einer neuen Vorstandschaft unter Robert Krieger, wurde 1997 mit der Erweiterung des Sport- und Schützenheims begonnen. In einer etwa 2-jährigen Bauzeit wurde wieder in einer Gemeinschaftsaktion der beiden Schützenvereine und des Sportvereins die Gastwirtschaft modernisiert und vergrößert, die Anlagen für die Schützenvereine erweitert und ein Gymnastikraum für die Sportler, sowie ein eigenes Vereinsbüro geschaffen. Auch diese Baumaßnahme konnte nicht ohne die Hilfe der Gemeinde durchgeführt werden. Insgesamt unterstützte die Gemeinde die drei Vereine mit einer stattlichen Summe von ca. DM 300 000,--.
Bei der Aufzählung der materiellen Leistungen, die der Verein in den letzten 40 Jahren geschaffen hat, darf man nicht vergessen, dass der Sportverein neben der Schaffung der sportlichen Infrastruktur, eine sehr wichtige gesellschaft- liche Rolle im Gemeindeleben ausübt.
Wichtigste Aufgabe ist es, für viele Sportbegeisterte die Möglichkeiten zu schaffen, ihre Freizeit sinnvoll am Ort gestalten zu können.
Vor allem ist es ein immerwährendes Ziel des Vereins, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen der Gemeinde ein breites Spektrum an Möglichkeiten zu bieten ihre Freizeit sinnvoll zu verbringen. Das Sportgelände soll ein lebendiger Ort sein, an dem sich Jung und Alt, Neu- und Altbürger treffen und sich gegenseitig kennen lernen.
Dazu benötigen wir einen aktiven Verein mit aktiven Mitgliedern. Deshalb ist jeder willkommen, der seinen Beitrag für unseren Verein und unsere Gemeinschaft als Aktiver, Funktionär oder einfach nur als Mitglied leisten möchte.
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